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Wissenschaft

Wenn Multitasking zur Belastung wird: Ein Blick ins Gehirn

Psychologen warnen vor den Gefahren des Multitaskings. Eine neue Studie zeigt, dass unser Gehirn an seine Grenzen stößt, wenn wir mehrere Aufgaben gleichzeitig bewältigen wollen.

vonAnna Müller13. Juli 20262 Min Lesezeit

Mythos: Multitasking steigert die Produktivität.

Es ist ein weit verbreiteter Glaube, dass das gleichzeitige Erledigen mehrerer Aufgaben die Effizienz erhöht. In der Realität jedoch hat die Forschung gezeigt, dass unser Gehirn nicht darauf ausgelegt ist, mehrere komplexe Aufgaben gleichzeitig zu bewältigen. Vielmehr führt Multitasking zu häufigeren Fehlern und längeren Bearbeitungszeiten. Die Unterbrechung des Denkprozesses, um zwischen verschiedenen Tätigkeiten zu wechseln, kostet Zeit und Nerven – genau das Gegenteil von Produktivität.

Mythos: Jüngere Menschen sind besser im Multitasking.

Die Annahme, dass die Generation Smartphone mit ihrem ständigen Zugriff auf digitale Informationen besser ausgestattet ist, um multikulturelle Aufgaben zu bewältigen, könnte nicht weiter von der Wahrheit entfernt sein. Studien zeigen, dass die Fähigkeit zum Multitasking nicht direkt mit dem Alter korreliert. Vielmehr sind es die kognitiven Ressourcen und die Fähigkeit, Prioritäten zu setzen, die entscheidend sind. Jüngere Menschen sind oft genauso anfällig für den Verlust der Konzentration und der Effizienz wie ihre älteren Kollegen.

Mythos: Multitasking ist eine Fähigkeit, die man erlernen kann.

Es klingt verlockend: Multitasking als eine erlernbare Fähigkeit, die einem zu einer effizienteren Person macht. In Wirklichkeit funktioniert unser Gehirn jedoch ganz anders. Die neurologischen Prozesse, die bei der Ausführung von Aufgaben ablaufen, sind auf lineares Denken ausgelegt. Während man sich einer Aufgabe widmet, werden relevante Informationen im Kurzzeitgedächtnis verarbeitet. Der Versuch, mehrere Informationen gleichzeitig zu verarbeiten, kann schnell zur kognitiven Überlastung führen, was mehr Schaden als Nutzen anrichtet.

Mythos: Multitasking hat keinen großen Einfluss auf das Wohlbefinden.

Viele Menschen glauben, dass Multitasking keine nennenswerten Auswirkungen auf ihre mentale Gesundheit hat. Doch Experten warnen vor den langfristigen Folgen dieser Praxis. Stress und Angstzustände können sich verstärken, wenn das Gehirn ständig zwischen Aufgaben wechselt. Diese Verhaltensweise beeinträchtigt nicht nur die Arbeitsleistung, sondern auch die allgemeine Lebensqualität. Ein überlastetes Gehirn ist eine Einbahnstraße, die wenig Raum für Kreativität oder Entspannung lässt.

Mythos: Technologie löst unser Multitasking-Problem.

Technologische Hilfsmittel, die darauf abzielen, das Multitasking zu vereinfachen, sind ebenfalls nicht das Allheilmittel, als das sie oft angepriesen werden. Während Apps und Tools darauf abzielen, die Effizienz zu steigern, können sie in der Praxis dazu führen, dass die Ablenkung zunehmen. Benachrichtigungen, Erinnerungen und Pop-ups rauben kostbare Aufmerksamkeit. Anstatt die Multitasking-Fähigkeiten zu unterstützen, schaffen sie eine Umgebung, die Ablenkungen fördert und Konzentration untergräbt.

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